Donnerstag, 22. Februar 2018

Instagram(wars)- Runde 2

Ihr merkt, ich häng' immer noch dran.
So langsam kehr' ich in meine schweigende Form zurück und hab' aufgehört, Herzchen zu verteilen. Außer ich stolper mal über etwas, was ich so richtig richtig super duper finde.

Nein, ich bin ganz zufrieden. Ich zeichne und bastle jetzt wieder öfter. Äh, oder wie nennt man das heutzutage. Ich bin am "Content kreieren". Ha ha. Und schlaf' zur Zeit irgendwie kaum noch. Nicht vor lauter Basteln, sondern weil ich innerlich so gar nicht zur Ruhe komme. Mein Psychiater ist ja zum Jahresende hin in Rente gegangen. Ich brauch wieder die Quetiapin zum Einschlafen. Mehrere fast durchwachte Nächte, das zerrt. Nur leider hat der einzige Psychiater im weiteren Umkreis erst wieder Termine ab Juni. Er muss ja jetzt noch mehr Patienten abfangen. Also, dann tiger' ich mal zum Hausarzt. Von dem ich vor zwei Jahren davon gelaufen bin, weil er diese Psychosache irgendwie nicht drauf hatte. Das Rezept kann ich um 16 Uhr abholen. Na ja, immerhin.

Ich hoffe auf Schlaf, dringend benötigten Schlaf.

Meine private kleine Instagram"schlacht":
Ich freu mich, dass immer mal wieder Follower dazu kommen. Nach etwas mehr als einer Woche wären es 53 gewesen (ich weiß, es ist immer wieder grausig, nur von diesen Zahlen zu sprechen.. Menschen auf Zahlen zu reduzieren. Und IG-Follower lassen sich auch zahlenmäßig gar nicht mit der Bloggerwelt vergleichen. Ich hab' das Gefühl, bei IG zählt nur Masse.), aber sieben sind wieder abgesprungen. Und es sind mehrere Anbieter unter den Folgern, die eigentlich nur für ihre "art sharing pages" werben möchten und zwei "Werbedienste", die gratis Follower versprechen. Und der ein oder andere Shop hat sich auch in meine Liste gehängt. Allerdings auch andere Hobbykünstler und Bastler. Das find' ich ganz schön. 

Mein Highlight war, dass eine von den "Großen" etwas von mir gelikt hat. Das hat mich echt gefreut. Wird schon ernst gemeint und kein versehentliches Ausrutschen auf dem Like-Button gewesen sein.

Ein Künstler, dem ich ganz zu Anfang zurück gefolgt bin und der mich kurz darauf entfolgt hatte- und den ich dann "dankend" ebenfalls wieder entfolgt hatte- hat mich wieder abonniert. Ha ha. Ne, sorry Alter, der Zug ist abgefahren. 

Mein Fazit nach einer Woche irgendwas:
Ich bastle und zeichne wieder mehr. Das Kreative tut mir (psychisch) gut.
Das ganze Drumherum ist irgendwie irre. 
Sagte die Irre. Und es hilft auch nicht beim Abschalten.
Meine Lieblingsserien sind da effektiver.

Oh, ich seh' gerade, ich hab' einen Kommentar gekriegt. Ach 'ne. Is' Werbung. "Hey, toller Kanal, besuch doch mal unseren YouTube-Channel und sag uns, was du davon hälst."

Glaub' das reicht für heute. Zu mit der App...

Liebe Grüße!

Mittwoch, 21. Februar 2018

Strom

Werbung: "Das ist ein Stromzähler. Der zählt den ganzen Tag Strom."

Aha. Ein Strom, zwei Strom, drei Strom...

Dienstag, 20. Februar 2018

I don't speak instagrämisch- oder doch?

Ein ganz dickes fettes Dankeschön für eure Rückmeldungen zum letzten Post, das hat mich sehr gefreut ♥  ganz ohne Erwartungshaltung. Ich weiß jetzt, dass ihr noch da seid  ♥  und das war das Wichtigste! ♥  


Da bin ich also. Welcher Hirnfurz hat mich eigentlich ins Instagram geweht? Ich weiß es nicht. War es die Dauerpräsenz in den Medien, oder irgendeine Hoffnung... Bin mir nicht mehr sicher. Der erste Fehler. Heutzutage macht man sich ja vorher Gedanken, bevor man sich in eine neue social media Plattform wirft, und entwickelt vorab ein Konzept.

Ich hab' nicht vor, dem Blog eine "IG-Präsenz" einzurichten, denn dafür eignet sich die Plattform in meinem Fall absolut nicht. Es geht also um Bilder, und um so gut wie keinen Text (von den Bildunterschriften mal abgesehen). Damit kann ich nicht dienen. Ich kann weder (dauerhaft) mein langweiliges Alltagsessen posten, ich bin kein Selfie-Typ (ab und zu schieße ich mal eins, aber das bleibt dann auch schön auf dem Handyspeicher). Ich hab' keine Designerwohnung, die man im Hintergrund zeigen könnte, und ich hab' auch keine Lust, meine unschuldigen Tiere in die Insta-Öffentlichkeit zu zerren und regelmäßig zu zeigen, was sie machen. Oder sie gar mit Mützchen, Pullöverchen und Schleifchen für's Foto hinzudrapieren (Dinge! Ich habe Dinge gesehen!).

Ich guck' mich mal bei meinen Lieblingsschauspielern von Game of Thrones um und dann im Hobbybereich. Reiseziele, Gärtnern, Selbermachen, Stricken (klingt für den ein oder anderen vielleicht etwas öde, aber das ist an sich echt ein schönes Hobby. Meditativ, entspannend. Farben für's Auge und weiches Material, das die Hände streichelt). Hm, na ja, wenn man Inspiration sucht, ist Pinterest vermutlich ergiebiger. Oder irgend eine Suchmaschine (oder Linkpartys, danke Carli!). Denn die Hashtags zu den Themen sind teilweise echt zugemüllt. Bei medial bekannten "Influencern" guck' ich auch mal rein, was die so zu bieten haben. Selten so viele Selfies, Proteinshakes und modische Sneaker gesehen. Und das gefällt dann tausenden von Followern, und die "Großen" können mittlerweile ganz gut davon leben. Irgendwie-zum-Kopf-an-die-Wand-hauen.

Oh, und Zeichnen! Wie gerne hab' ich das früher gemacht.

Boah. Hier sind ja echt viele Künstler, Illustratoren und Co. vertreten. Und die wenigsten kritzeln halt mal was irgendwas mit Filzstift hin. Sieht bei Vielen sehr professionell aus. Viele versuchen auch, ihren Shop irgendwie bekannt zu machen. Oder bieten sich für Aufträge an. Das Instagram- Standbein.

Ich werf' auch mal was in die illustre Runde, ein unverfängliches Urlaubsbild.
Die App hat nicht viele Funktionen. Man kann nicht wirklich was machen, aber anfangs ist diese Sache mit den Hashtags echt mühselig. Das Handy zeigt für die vorhandenen Hashtags keine Vorschau an, das Tablet schon. Einen vorinstallierten Filter (der Instagram-Klassiker) kann man noch drüber legen, das war's auch schon. Am Tablet klappt das mit den Smileys nicht, und am PC steht die Funktion für's Bilder hochladen nicht zur Verfügung. Bin jetzt schon genervt. Die App hängt sich auch öfter mal auf. Wer schon mal eine Homepage mit HTML-Codes und allem drum und dran programmiert hat, oder einen gescheiten Editor wie beim Bloggen gewohnt ist oder ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, wird Instagram als technische Steinzeit empfinden.

10 Likes sammle ich insgesamt. Von irgendwelchen Fremden, die schnell rein und schnell wieder raus geweht werden. Zack da, zack weg.

Fehler Nummer 2 (ich glaube, es ist ein Fehler), ich hab' gelesen, ein Gegenbesuch/Gegenlike gehört angeblich zur inoffiziellen Netiquette. Der andere hätte vermutlich auch gerne ein Like. Oder noch lieber einen neu gewonnenen Follower.
Auf einen Gegenbesuch von einem großen Account braucht man allerdings nicht hoffen. Die hätten bei zehntausenden Likes am Tag zu viel zu tun, und haben's auch nicht mehr nötig. Ich guck mir also die Accounts derer an, die ein Like da gelassen haben, und such' bei ihnen ein Bild raus, das mir (einigermaßen) gefällt (bei manchen muss ich etwas suchen, wenn die Interessen so gar nicht zusammen passen), das like ich dann, als Dankeschön. Macht die Beiträge relevanter für die Suchalgorithmen. Mittlerweile schmecken diese Massenlikes für mich ganz schön fade. Wenn ein User, der thematisch so gar nichts mit mir zu tun hat, alle meine Beiträge likt, nur um mich auf seine Seite zu locken, ist das halt "Werbung" für ihn und nicht wirklich Anerkennung für meinen Beitrag. 
Aber das Konzept dieser App belohnt eben jene, die viele dieser Likes bekommen und solange das so bleibt, gibt es auch eben viele dieser "Werbe-Likes". Oder werbende Follower. Dazu schreib ich weiter unten noch was. Bin deswegen teilweise echt sauer geworden.

Ich brauchte Instagram früher nicht. Brauche ich strenggenommen auch jetzt nicht. Und doch finde ich immer mal wieder einen Account, den ich toll finde. Es gibt so viele tolle Illustratoren auf Instagram, von denen ich ab und an gerne noch was sehen würde. Also fange ich an zu abonnieren. Nach vier Tagen hab' ich dann 50 Abos in der Liste, und wenn die "Verfolgten" dann etwas Neues posten (was die meisten regelmäßig zu tun scheinen, wer mitmischen will, muss seine Follower regelmäßig füttern), ploppt dass dann auf der Startseite groß in der Timeline auf, und da ich ja auch den Entschluss gefasst zu haben scheine, in der Instagram-Welt "Erfolg" zu haben (irgendwie wollte ich das auch mal wissen, ob ich sowas kann, so als Eremitin), fange ich an zu liken wie blöd, die reinste Fließbandarbeit. Und eigentlich ist es gegen mein Naturell, es ist kein normales Verhalten für mich. Ich bin ein sporadischer Nutzer, wenn ich immer mal wieder aus meinen stummen, antriebsloseren Phasen auftauche, und keine Like-und-Kommentar-Maschine.

Ganz umsonst ist die regelmäßige Bilderbeschau ja nicht, mein kreatives Hirn wird mit vielen frischen Impulsen gefüttert, und ich fange an gezielter nach Inhalten zu suchen, die mein Interesse wecken, und treffe wiederum auf "weiterführende" und artverwandte Impulse, die mir helfen, mich weiter zu entdecken, zu spiegeln, weiter ausdifferenzieren. Fehlt nur noch das eigene Schaffen.

Schnell geht mir der ein oder andere Künstler auch auf den Senkel. Ja, ich hab's kapiert, dass du tolle Augen zeichnen kannst. Sehen auch echt toll aus. Aber jeden Tag wieder Augen und nochmal Augen und nichts anderes. 

Wer hunderte oder tausende Abos hat, folgt demnach auch nicht wirklich, oder nur sporadisch. Kein Mensch kann Tag und Nacht vor IG sitzen und das alles durchliken. 

Im Gegenzug macht es echt süchtig, Likes oder Follower zu bekommen! Man fängt an, sich Gedanken zu machen. Poste ich einfach, worauf ich gerade Bock habe? (Wacklige) Handybilder aus dem Alltag? Das wäre "ich". Dafür ist Instagram auch ursprünglich mal geschaffen worden. Oder optimiere ich die Ganze, teste ich ein wenig aus, was gut ankommt, würze ich das Ganze noch mit technischer Perfektion und entwickle meinen eigenen, unverkennbaren Stil. Was auch so eine Sache ist. Denn irgendwie sollte die Masse meinen Stil ja auch mögen. Oder es sollte sich eine Nische für mich finden lassen, die ich bedienen kann. Optimieren scheint generell gut anzukommen, und lässt "Influencer" wie Elle Darby (häschtäck bloggergate) dann sogar glauben, sie "helfe" damit anderen Menschen, "auf so vielen Wegen" (häschtäck inspo). Und optimieren kann man echt so Vieles, wie Instagram beweist. Es ist die Optimierungsplattform schlechthin, eine Entwicklung, die sich zuvor auch schon in der Bloggerwelt abgezeichnet hatte. Ob es jetzt der "Body" ist, Schminktipps/Frisuren, Mode, die Wohnung, Essen, Reisen, in meinem Fall auch der eigene Zeichenstil, alles geht immer noch einen Ticken schöner und besser (und das scheint dann auch erfolgreich zu sein), und wenn das Können allein nicht ausreicht, kann man mit Marketing und technischer Perfektionierung noch ordentlich nachhelfen, und (Schleich)Werbung steht ja auch immer noch hoch im Kurs, die Mund-zu-Mund-Propaganda, die angebliche, die immer noch bombig einschlägt und irgendwie super anzukommen scheint. Es scheint auch Gegenentwicklungen zu geben, wie der abschätzige Ausdruck "Promo-Bitches" beweist, und trotzdem kann man mit einem Foto von einem Proteinshake immer noch 60.000 Likes mit der entsprechender Followerschaft im Rücken abgreifen, und damit verkommt das ganze Geschehnis dann auch irgendwie zu einer gigantischen Tupperparty, und die "Freundin" (die man nicht mal wirklich kennt), die nur mal ein paar Dosen verticken wollte, macht das inzwischen so erfolgreich, dass sie ins professionelle Marketing übergewechselt hat. Schafft nicht jeder, aber jeder will es versuchen, und jeder wüsste sicher auch gern, wie das funktioniert. Ich denke auch, es muss ein Funke überspringen, die Person als "Marke" muss irgendwas haben, was einen anspricht und Lust auf mehr macht. Irgendwie ist es grausig, "richtige" Menschen auf ihren Markenwert zu reduzieren... Und keiner will ein nützlicher Idiot sein, aber IG scheint voll zu sein mit Leuten, die auf nützliche Idioten lauern bzw. "auf sie zählen". 

(By the way, Instagram lebt ja von dieser ständigen Dynamik, und wer da seine Followeranzahl mit denen von Bloggern vergleichen möchte, sollte das aus meiner Sicht lassen, denn 2000 Folger auf Instagram zu haben, ist noch lange nicht erfolgreicher als ein Blogger mit 200 Followern. Das hat eine ganz andere Qualität!)

Waren wir 8Menschen schon immer so? Hat das durch Instagram einfach nur ein neues (weiteres) Sprachrohr erhalten- oder ist es Ausdruck einer gigantischen Entfremdung, die Welt als eine große, internationale Bahnhofshalle, wo Viele an einem vorbei hasten, und wo man eigentlich niemanden kennt. Aber manchmal sieht man jemanden, der einen anspricht, der irgendwas in einem weckt. Dem man geneigt ist nachzugucken.

Ich bin, von mir recht unbemerkt, es ging sehr schnell, in den Suchtmodus gerutscht. Ich hab' angefangen, ein paar Zeichnungen zu veröffentlichen, es werden so langsam mehr Likes, und die Followerzahl fängt an nach oben zu klettern. Für Instagram relativ langsam. Genauso langsam, wie auch ich mich vortaste.


Mit den ersten Glücksgefühlen auf Instagram kommen bei mir auch schnell die Ängste auf. Ruckzuck hab' ich Erfolgs- und Versagensängste. Und so eine Art Verlustangst. Als ob einem der Suchtstoff wieder ausgehen könnte und die Follower anfangen könnten, mich doof zu finden und wieder davon zu laufen. Ein Wechselbad der Gefühle, und dass schon nach wenigen Tagen. 


Ich riskiere etwas, indem ich meine Zeichnungen zeige, sie repräsentieren einen aufgegebenen Lebenstraum. Und sie waren etwas, in dem ich in der Schule immer überdurchschnittlich gut war. Diese eine Sache, auf die ich mich immer verlassen konnte, wenn alles andere den Bach runter ging: Das kann ich. Und jetzt sehen auf einmal so viele Augen mehr meine Kritzeleien, nicht nur der BK-Lehrer oder die Mutter zuhause. Wie wird die Sache ausgehen? Findet die Öffentlichkeit meine Schmierereien auch so super? Kann ich mithilfe des "Feedbacks" (selten in Worten, meistens in der ausdrucksarmen Form eines Herzchens) meine "Entwicklungspotenziale" ausfindig machen, mich tiefer in die Materie knien? Weiterhin von befeuernden Likes gesteuert, die mir die Richtung weisen könnten?

Erwarte ich da nicht zu viel von einer App, die nur Bildunterschriften und Hashtags ermöglicht...

Letztlich stellt sich mir die Frage, wer diese Masse an Material überhaupt angucken und liken soll, und der Erfolgsdruck treibt die Nutzer vorwärts. Auf Facebook und StudiVZ war es auch mal uncool, nur wenige Freunde zu haben. Ich hab' da nicht mithalten können, und hab's gelassen. Die liebste Variante ist mir immer noch "handverlesen", wenn ich in meinem Freundeskreis umgucke. Und ich bin auch wirklich glücklich über die tollen Leute, die sich hier (auf dem Blog) eingefunden haben und dass wir uns gegenseitig immer mal wieder lesen können. Nein, keine Schleimspur. Einfach so ein paar Gedanken.

In dem Zusammenhang bin ich absolut allergisch auf diese elenden Follower-Sammler geworden, die sich halt in deine Liste anhängen, followen (ohne Interesse an deinem Account zu haben) und hoffen, dass du sie als Dankeschön ebenfalls abonnierst. Und sobald sie dich haben, entfolgen sie dir wieder, und hoffen, dass du das nicht merkst. Wie Heuschrecken. Sie haben einen Follower mehr und du einen weniger, und so verhirnte und emotionale Existenzen wie meinereiner machen sich dann auch noch 'nen Kopp, was man falsch gemacht haben könnte und warum die Leute wieder weggelaufen sind. Hatten die steigenden Followerzahlen doch wieder diese schönen, süchtig machenden Gefühle ausgelöst. Und bei Mini-Accounts wie meinen, da fällt sowas doch sofort ins Gewicht.
Danke auch... Ich hab' dann auch mal großzügig den Finger über dem "entfolgen"- Button kreisen lassen. Was mittlerweile wirklich eine seltsame Stilblüte bei mir getragen hat... Da man ja keine Meldung darüber bekommt, wer gegangen ist, und bei Instagram die Follower irgendwie zu einer Massenware verkommen sind und man schnell völlig den Überblick verliert, hab' ich eine handschriftliche Liste meiner Follower angelegt, nur um mitzukriegen, ob gleich wieder einer abhaut, der mir vorher ein Abo aus den Rippen geleiert hat. Nur damit ich mich dann auch gleich mit einem wütenden Entfolgen "bedanken" kann.

Diese bekloppte Liste wird sich auch bald wieder erledigt haben, denn ein "Danke-Folgen" gibt's bei mir nicht mehr. Das war wohl Fehler Nummer 3.

Eine Woche. Instagram hat echt seine Spuren hinterlassen. Wie oft ich jetzt auf's Handy gucke. Mich ärgere, wenn der Feed nicht geladen werden kann. Mich über Likes und Follower gefreut habe. Postbare Inhalte auf ihre Verwertbarkeit überprüft habe. Likes verteilt habe, bis mir der Arm gekrampft hat von der unnatürlichen "Display-Wisch-Haltung".

Es hat irgendwie nichts mit Tiefe zu tun, die ich vermisse, und natürlich auch nicht mit Authentizität. Nur massenweise wunderschöne Eindrücke, gefiltert und wunderschön arrangiert. Und das auch noch präsentiert als mediales Fastfood. Schnell, viel, weg.


Eigentlich ist es der reinste Wahnsinn, den sich die jüngere Generation da heute so reinzieht, gewürzt mit ein paar neuen Möglichkeiten, die man aber nutzen können sollte, denn sonst blickt man in die Röhre. Es ist ein witziges Gedankenexperiment, ich nehm' mir mal gedanklich so einen Beauty-/Fitness-/Lifestyle"influencer" vor und setz' mich an seine Stelle. Statt Designersofa dieses gebrauchte terrakottarote Dings im Hintergrund, mit dem Butterfleck und den Katzenhaaren, und ich hätte zottlige Haare und Augenringe und wär' eh jenseits jeglicher "Form", ich wäre eine klassische Couch-Potato, die am Samstag wieder Game of Thrones gucken wird und sich dafür eine Tüte Chips aufreißt und 'ne Flasche Cola reinschüttet. Zero, irgendwo muss man ja mal anfangen mit dem Kalorien sparen. Wie das wohl aussehen täte, wenn ich in dem Aufzug einen Proteinshake in die Kamera halte.. Mich vielleicht noch in ein Sportbustier drücke.. Äh, warum denk' ich eigentlich über so etwas nach.

Warum bin ich jetzt also nach dem einwöchigen Experiment immer noch auf Instagram.. Weil ich immer noch motiviert bin, den Zeichenstift noch in der Hand zu behalten, und der ein oder andere neue Impuls mir gut getan hat. Es ist anstrengend, stressig, es ist eine Hassliebe, und ich habe die Befürchtung, dass sie irgendwann anfangen könnte, mich zu verschlingen. Ich warte noch ein wenig ab. Wenn ich das so lange durchhalte. Mir geht die Kraft aus, ich hege Zweifel.

Macht's gut und habt eine gute Zeit!

*dieser Post entstand in einer langen und schlaflosen Nacht. Mir schwirrt immer noch der Kopf. Und ich erschrecke selbst, wie sehr mich die IG-Wirklichkeit eingenommen hat.

Freitag, 2. Februar 2018

Ich leb' auch noch (glaub' ich)

Schnüff. Da liegt es brach da, mein Blog-Baby. Und Blog-Baby Nr. 2. Warum hab' ich damals eigentlich die Eremitin verrammelt? Hm. Ah, jetzt weiß ich es wieder. Ne, war doof. Aber is' jetzt halt so.

Hm, manchmal les' ich so, vom Leben der anderen. Und denk mir so, ich wüsste gerade gar nicht, was ich groß erzählen soll. Geschichten from inside the Schlafzimmer stell' ich nicht so gern online. Nicht, dass ich es nicht gerne mal bei anderen mitlese. Aber von mir selber..

Psychisch passiert schon so Einiges, ist aber grad' so unausgegoren. So eine ungreifbare wabernde Masse in meinen neuronalen und sonstigen emotionalen Windungen und Verschraubungen.

Und der "Rest"- der ist einfach so langweilig. Zum Beispiel geht das Kugellager an der Waschmaschine kaputt. Ich hab' 'nen hübschen neuen Pulli, juhe. Mein Kater hat gestern 'nen Haarballen gekotzt und ich bin drauf ausgerutscht. Und neuerdings quatsch ich auch mit einsamen Vögeln. Da stand heute so einer, im hinteren Teil einer Blumenhandlung. Ganz allein in einem Käfig.
Keine Ahnung, was er da überhaupt sollte. Er schrie immer wieder durch den Laden und jeder ignorierte ihn. Ich hab' mit ihm geredet, in einer ganz freundlichen bubu-Babysprache. So ganz alleine da eingesperrt. Hat niemand verdient sowas.
Er guckte mich an und rutschte auf seiner Sitzstange hin und her. Als ich ging, fing er wieder an zu schreien.

Manchmal möchte ich die Tierhalter am Nacken packen und sie mit Schmackes gegen den Käfig schlagen oder sie mit ihren Futterdosen bewerfen. Nein, ich bin auch nicht perfekt. Aber manchmal tut's einfach (zu sehr) weh.

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Letzte Woche hatte mich dann die Grippe erwischt, da hörte ich schon fast die Englein singen. War aber nur das Geplärre aus dem Fernseher. Die ersten zwei Tage konnte ich nur unter größter Mühe aufstehen. Ich konnte nichts bei mir behalten. Sogar Wasser hätte ich gekotzt. Und dieses Scheiß Fieber. Eine gute Gelegenheit für einen Nikotin- und Koffeinentzug. Kurz vor Ausbruch knirschte ich des Nachts so heftig mit den Zähnen, dass mir eine Zahnfüllung zerplatzte. Und das bei meiner Zahnarztphobie. "Weißt du Gott", murmelte ich innerlich, während ich zusätzlich mit meiner borderline-typischen Anspannung kämpfte, während der Schlafanzug ganz ekelhaft an meinem fieberheißen Körper klebte, "du musst mich schon sehr hassen."
Er antwortete nicht, aber nach der Grippe fühlte ich mich so richtig super entgiftet. Als hätte alles meinen Körper verlassen, was da nicht hingehörte.

Zeit, Decken und Co. durchzuwaschen. Da begann die Waschmine ein Getöse zu veranstalten, als wollte sie gleich durch die Decke brechen. "Ich glaub', das Kugellager kommt so langsam", sachte der Freund. Hmpf.

Wenn man die Gummimatte unter der Waschmine weglässt, dann "läuft" sie durch den Raum, wenn sie schleudert. Das sieht sehr lustig aus, wenn man dabei auf dem Klo hockt. Dann guckt man direkt in ihr schleuderndes "Auge" und wie sie immer näher kommt.

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Geburtstag hatte ich auch. Halbrund. "Aber dieses Jahr musst' du mal wieder feiern", sachte der Freund. Irgendwie wollte ich ja, aber... Na ja, Gründe. Trotzdem schön, dass man nicht vergessen wird. Sogar Blümchen hatte man vor der Haustür abgestellt, weil ich nicht da war.

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Ich war nämlich geflüchtet, nach Berlin. Das hatte sich so ergeben, weil der Freund parallel zu meinem Geburtstag dort eine wichtige Tagung hatte. "Hm, ja, der Termin is' ja schon blöd, dann bin ich an deinem Geburtstag gar nicht da. ... Willst du mit?"

Da hatte ich dann nicht lange überlegen müssen!

Auch wenn das "Gerücht" (oder die Tatsache?) kursiert, dass (manche?) Berliner gar keine Schwaben mögen. Die Sache mit dem Prenzlauer Berg und so. Na ja, so ein typischer Schwabe bin ich ja nicht. Und dann sag ich halt Schrippe, und Bulette, und Pfannkuchen. Statt Berliner.

Nach der Rückkehr von der großen Stadt in die ländliche Provinz kommt mir auf einmal alles so winzig und bedeutungslos vor. Musste mich erst mal daran erinnern, worum ich eigentlich hier lebe und nicht in einer großen Stadt.

Meine Abschiedsbegegnung war ein Typ am Berliner Hbf, der mich nach Geld gefragt hatte. Hatte wirklich nichts mehr bei gehabt. Schüttelte nur den Kopf. "Oh, bitte!" sagte er. Ich sagte mehrmals, dass ich nichts hätte. Glaubte er irgendwie nicht. Dann wollte er eine Zigarette, die gab ich ihm. Er steckte sie ein, ohne Danke zu sagen. Dann wollte er noch einen Kaugummi. Hatte ich auch nicht.
Er zog grummelnd weiter, mit einem Blick, als würde er mir tausend Plagen an den Hals wünschen.
(Die hab' ich gefühlt zwar schon an den Hacken, aber man weiß ja nie.)

Dann blieb er vor dem Nächsten stehen, fragte nach Geld, nur einmal. Der schüttelte den Kopf. Er zog weiter, ohne den Terz zu machen, den er bei mir aufgeführt hatte. Er fragte ihn nicht mal nach einer Zigarette, obwohl er rauchte. Mir klappte fast die Kinnlade runter.

Hätte ihn fragen sollen, wie er das gemacht hat.

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Heute hab' ich den zigtausendsten negativen Schwangerschaftstest in den Müll geworfen.
Mittlerweile tut's nicht mehr ganz so weh wie am Anfang, als ich es so unbedingt wollte.
Jetzt will ich es auch noch, aber man gewöhnt sich halt an schlechte Nachrichten.

Irgendwann wird das alles mal Sinn machen, hoffe ich.
Dann macht es "knick knack", und die ganzen Scherben um mich herum setzen sich mit einem irrsinnig lauten Scheppern zu einem großen, ganzen, absolut stimmigen und sinngebenden Bild zusammen, vor dem ich staunend stehe und raune: "AAAACH SOOO... Ja, du meine Güte!! Jetzt seh' ich das erst! SOO war das gemeint, und so! JETZT ergibt das alles einen SINN!! Und ich hab' das nicht gesehen! Was war ich blind, ich kleiner Mensch ich!"

Na ja. Vielleicht mach' ich auch nur die Büchse der Pandora auf, und heraus kommt ein Furz, und das war's, damit muss ich mich dann zufrieden geben. Fragen hin oder her.

Und 'ne Bildungslücke hab' ich gestopft. Jetzt weiß ich endlich, wie der Fuchs macht.
(Ne, ich wusste ich es tatsächlich nicht.)



Ist noch jemand hier? Das tät' mich echt freuen. Müsst auch nichts sagen. Fühlt euch einfach nur gedrückt, unbekannterweise.
War das zu viel? Sorry. Bin grad so voller Liebe. Vielleicht sind's auch nur die Hormone.

Nachti und Gruß,

die Eremitin

Montag, 20. November 2017

Die Eremitin drückt wieder durch

Ich weiß nicht, woher das kommt, dieses "will mit niemandem reden, niemandem sehen".
Nur das Nötigste sprechen.
Handyakku leer gehen lassen und ihn nicht mehr laden. WhatsApp meiden.
Mein Rekord lag kürzlich bei 67 ungelesenen Nachrichten.
Das Festnetz klingelt. Ich guck' auf's Display, aber lass es klingeln.
Es klingelt an der Haustür, aber ich mache nicht auf.

Und irgendwann packt's mich wieder, und ich "arbeite" alles akribisch ab.
Schreibe Dinge wie: "Ja, alles okay", und "sorry, hatte viel um die Ohren", und "wie geht's DIR denn?"- letztlich bin ich ja heilfroh, dass ich liebe Leute um mich habe. Das ich sie habe. Ich möchte nur manchmal einfach nichts sagen.

K. sieht mich beim Einkaufen. "Heyyy... Ja, sag mal... Ich ruf an und ruf an und erreiche niemanden... Was ist denn los, ist alles okay?"- "Ja ja, alles okay. War nur so viel los in letzter Zeit."

"Steht unser Treffen noch? Du hast dich gar nicht mehr gemeldet!"
Sch...!! Voll vergessen.
"Äh, ja, wann sollen wir? Oder sollen wir nochmal schreiben?"
"Nein nein, das machen wir gleich aus. Nachher erwische dich nicht mehr!"

Fühl' mich irgendwie mies. Die Eremitenhaut sitzt ziemlich fest.

Freitag, 3. November 2017

Verhörer

Sprecher im Hintergrund: "Wir wollten unbedingt die Vagina erhalten."

Ich: "Was?"

Freund: "Was ist?"

Ich: "Hat der grad gesagt, er will die Vagina erhalten?"

Freund: "Ach Schatz. Die Patina."

Ich: "Ah so."


Pfff... Wie langweilig.

Schokolade zum Frühstück

Am Tisch mit der Neffen/Nichte-Schar:

"So, was wollt' ihr essen? Marmelade, Käse, Wurst...?"

"Nutellaaa!" - "Nutellaaa!" - "Nutellaaa!"

"Hm, okay, und was wollt' ihr trinken?"

Dreistimmig: "KABAAA!!"

"Ich hätte auch noch O-Saft, Apfelsaft, ..."

J.: "Ne!"

T.: "Ich will Kaba selbst reintun!"

Mama: "Aber nur zwei Löffel!!"

T. (enttäuscht): "Oooch..."


Japp, eindeutig: Der Kleine und ich sind verwandt.